Dolderer Siebter beim Red Bull Air Race in Budapest

p-20150705-00508_news5.07.2015

BUDAPEST, Ungarn – Der Deutsche Matthias Dolderer hat die große Überraschung bei der vierten Station der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft im ungarischen Budapest nur denkbar knapp verpasst. In der Round of 8 war der 44-Jährige im Duell gegen den WM-Führenden Paul Bonhomme der schnellere Pilot im Track, kassierte allerdings eine Zeitstrafe und schied unglücklich aus. „Ohne den Penalty wäre hier in Budapest mehr drin gewesen. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass ich bei jedem Run einen Penalty bekomme. Aber es ist so knapp, es entscheiden Hundertstel, und ich hoffe, dass ich in Ascot wieder glücklicher bin.“

Nach durchwachsenen Trainingssessions und einem enttäuschenden Qualifying hatte sich Dolderer am Abend vor dem Rennen im Kreise der Familie und Freunde neues Selbstvertrauen für das Rennen geholt. Das zahlte sich bereits in der Auftaktrunde, der Round of 14, aus. In einem packenden Duell schmiss Dolderer den Japaner Yoshihide Muroya, Zweiter im Qualifying am Samstag, aus dem Wettbewerb und sorgte damit für die erste große Überraschung des Tages Noch bei der dritten Zwischenzeit lagen beide Piloten bei brütender Hitze und vor einer einmaligen Kulisse mit dem ungarischen Parlament am Ufer der Donau im Hintergrund exakt gleichauf. Am Ende stoppte die Uhr für den Deutschen bei 1:02,072 Sekunden und damit 0,207 Sekunden vor der des Japaners.

„Hier ein Rennen in Budapest über der Donau zu haben, ist natürlich ein Wahnsinn. Vor dem Parlament unter der Brücke hindurch zu fliegen, da geht der Spaß schon los. Aber so einfach der Kurs hier aussieht, er ist sehr anspruchsvoll. Die Atmosphäre hier ist sensationell und ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr wieder hier sein dürfen“, so Dolderer.

Der Sieg in Ungarns Hauptstadt ging im abschließenden Final 4 in 59,350 Sekunden an den Österreicher Hannes Arch. Es war nach Rovinj in Kroatien bereits der zweite Sieg in Folge in dieser Saison für den Weltmeister von 2008. Rang zwei ging an den WM-Führenden Paul Bonhomme (Großbritannien), dem lediglich 0,207 Sekunden zu seinem dritten Saisonsieg fehlten. Dritter wurde Martin Sonka aus der Tschechischen Republik vor dem Kanadier Pete McLeod. „Es könnte zurzeit nicht besser laufen. Der Schlüssel zum Erfolg ist, das alles zum richtigen Zeitpunkt ineinandergreift. Es bringt dir nichts, wenn es im Training oder Qualifying super läuft. Ich habe zurzeit einfach das Selbstvertrauen, dass es zur richtigen Zeit rund läuft“, erklärt Arch.

Unterdessen schied der in dieser Woche mehr als überzeugende Matt Hall in der Round of 8 überraschend aus. Der Australier hatte in allen drei Trainingssessions sowie im Qualifying die Bestmarke gesetzt und war als großer Favorit auf den Sieg in Budapest ins Rennen gegangen. Hall verpasste damit auch, im WM-Ranking an Bonhomme vorbeizuziehen. Der Brite für zur Halbzeit der Saison das Gesamtranking mit 34 Punkten vor den punktgleichen Arch und Hall (beide 29 Punkte) an. Der deutsche Pilot Matthias Dolderer belegt nach vier von acht Station mit zwölf Punkten Rang sieben.

WM-Ranking:
1. Bonhomme (34 Punkte), 2. Arch (29), 3. Hall (29), 4. Sonka (16), 5. McLeod (14), 6. Lamb (13), 7. Dolderer (12), 8. Goulian (8), 9. Ivanoff (6), 10. Besenyei (5), 11. Muroya (4), 12. Chambliss (2), 13. Velarde (0), 14. Le Vot (0).

Hall dominiert das Qualifying beim Red Bull Air Race in Budapest WM-Führender Bonhomme nur Achter, Zeitstrafen für Dolderer

04.07.2015

Matt Hall ist der Mann der Stunde beim vierten Stopp der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft 2015 in Budapest. Der Australier setzte nicht nur in allen drei Trainingssessions die Bestmarke, er entschied auch das Qualifying mit über einer halben Sekunde Vorsprung vor dem Japaner Yoshihide Muroya und dem Österreicher Hannes Arch für sich und geht als großer Favorit ins morgige Rennen. Der WM-Führende Paul Bonhomme (Großbritannien) musste mit Rang acht vorliebnehmen, der deutsche Pilot Matthias Dolderer wurde 13., kassierte in beiden Qualifying-Läufen insgesamt neun Strafsekunden.

BUDAPEST, Ungarn – Am Australier Matt Hall führt derzeit einfach kein Weg vorbei: Mit einer außergewöhnlichen Coolness und Gelassenheit untermauerte der 43-Jährige seine derzeit bestechende Form und ließ im Qualifying der vierten Station der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft im ungarischen Budapest nichts anbrennen. In 58,323 Sekunden verwies er bei brütender Hitze und vor einer einmaligen Kulisse mit dem ungarischen Parlament am Ufer der Donau im Hintergrund den Japaner Yoshihide Muroya (59,011) mit 0,688 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Dritter wurde der Österreicher Hannes Arch (59,328), der in den ersten beiden Trainingssessions am Freitag noch weit hinterher flog und sich nun eindrucksvoll zurückmeldete.

„Das ist bisher eine gute Woche“, erklärte Hall nach seinem ersten Qualifying-Sieg überhaupt in seiner Karriere. „Aber es kommt noch ein Tag. Und da wollen wir an die bisherigen Leistungen von hier nahtlos anknüpfen. Das Flugzeug läuft immer besser. Wir haben zu Beginn der Saison neue Winglets montiert. Mit ihnen kann ich die Wenden sehr eng fliegen und Zeit einsparen.“ Der Australier trifft in der morgigen ersten K.o.-Runde, der Round of 14, auf Michael Goulian. Der US-Amerikaner, Sieger des letzten Rennens 2009 in Budapest, erwischte keinen guten Tag, heimste sich ein DNF im ersten Lauf ein und kassierte im zweiten Lauf insgesamt vier Strafsekunden.

Nicht so rund lief es auch für den WM-Führenden Paul Bonhomme. Der Brite musste auf dem Track, den Piloten unter der Kettenbrücke hindurch in Angriff nehmen, in 59,812 Sekunden mit Rang acht vorliebnehmen. Auch der deutsche Pilot Matthias Dolderer haderte mit seiner Leistung. Der 44-Jährige kassierte im ersten der beiden Qualifyingläufe fünf, im zweiten Lauf nochmals vier Strafsekunden.

„Das war ein sehr enttäuschendes Qualifying für mich. Ich muss den heutigen Tag schnell vergessen und mich auf morgen konzentrieren. Ich kann das jetzt nicht ändern, ich muss da morgen raus gehen und Yoshi schlagen. Die Zeiten liegen eng beisammen. Je mehr Risiko man eingeht, desto größer ist die Chance, eine Zeitstrafe zu kassieren. Ich muss morgen sehr genau fliegen, Risiko eingehen, aber zugleich auch versuchen, sauber zu fliegen.“ In der morgigen Round of 14 trifft Dolderer auf den Japaner Yoshihide Muroya. Die sieben Sieger qualifizieren sich ebenso wie der schnellste Verlierer für die anschließende Round of 8.

Die insgesamt 14 Piloten aus 11 Nationen navigieren beim Red Bull Air Race ihre äußerst leichten und extrem manövrierfähigen Rennflugzeuge mit einer Geschwindigkeit von bis 370 km/h nur wenige Meter über dem Boden bzw. Wasser durch einen Parcours, der aus 25 m hohen aufgeblasenen Pylonen besteht, und erreichen dabei Fliehkräfte von bis zu 10G.

Über den Red Bull Air Race Webcast kann neben dem Rennen auch das Qualifying und die Pressekonferenz live verfolgt werden. ServusTV zeigt das Rennen am Sonntag, den 05. Juli, ab 15:30 Uhr live.

Qualifying Results: 1. Matt Hall (AUS) 58.323, 2. Yoshihide Muroya (JPN) 59.011, 3. Hannes Arch (AUT) 59.328, 4. Pete McLeod (CAN) 59.480, 5. Kirby Chambliss (USA) 59.496, 6. Nigel Lamb (GBR) 59.553, 7. Martin Sonka (CZE) 59.756, 8. Paul Bonhomme (GBR) 59.812, 9. Nicolas Ivanoff (FRA) 1:00.151, 10. Peter Besenyei (HUN) 1:00.862, 11. Francois Le Vot (FRA) 1:02.364, 12. Juan Velarde (Spain) 1:03.839, 13. Matthias Dolderer (GER) 1:03.974, 14. Michael Goulian (USA) 1:04.403

Pazifiküberquerung: „Solar Impulse 2“ schafft neuen Weltrekord von Japan nach Hawaii

Solar Impulse lands in HawaiiAm Freitag ging der bisher längste Nonstop-Flug eines Solarflugzeugs erfolgreich zu Ende. Mit dem Schweizer Andre Borschberg im Cockpit landete die Solar Impulse 2 in Honolulu – fünf Tage und fünf Nächte nach dem Start in Nagoya, Japan.

HONOLULU, Hawaii – Nach insgesamt 8674 km landete der Solarflieger um 05:55 Uhr Ortszeit (15:55 UTC) in Honolulu. Unterwegs von Japan nach Hawaii stellte die Maschine mit 17.000 Solarzellen auf der Oberseite der riesigen Flügel zahlreiche neue Rekorde auf. Noch nie zuvor ist ein mit Sonnenkraft betriebenes Fluggerät ohne Zwischenlandung so lange und so weit geflogen. Die Pazifiküberquerung war die schwierigste und gefährlichste der 13 Etappen rund um den Globus. Die Weltumrundung mit Start und Ziel in Abu Dhabi soll das enorme Potenzial sauberer Energieformen hervorheben.

Noch nie konnte ein mit erneuerbaren Energien betriebenes Flugzeug den größten Ozean der Welt überqueren. Mit fünf Tagen und fünf Nächten in der Luft stellt die Solar Impulse 2 gleichzeitig einen neuen Weltrekord für den längsten Nonstop-Flug und den längsten Ein-Mann-Flug der Geschichte auf. Eigentlich wollte der Pilot Andre Borschberg während des Fluges zehn Powernaps von jeweils 20 Minuten machen, um fit und aufmerksam zu bleiben. Turbulenzen unterwegs machten ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung. In der Folge musste der Schweizer mit bedeutend weniger Schlaf auskommen. Die Solar Impulse 2 wiegt so viel wie ein PKW, hat aber die Spannweite einer Boeing 747 und erreichte über dem Pazifik Geschwindigkeiten von 50 km/h bis 100 km/h.

„Am vierten Tag war ich müde. Von den Höhenmetern war es so, als ob ich viermal auf den Everest hinaufgestiegen wäre. Ich musste ständig Sauerstoff einatmen – das spürte mein Körper schon“, berichtete Borschberg von den Schwierigkeiten des Fluges. Hawaiianische Blumenmädchen hießen den ers! chöpfen , aber lächelnden Piloten in Honolulu mit traditionellen Tänzen und Blumenkränzen willkommen.

Nach fünf Tagen und Nächten im engen Cockpit freue sich der 62-Jährige laut eigenen Angaben auf ein gutes Steak in Honolulu. Flugtechnisch sei alles nach dem von ihm, seinem Projektpartner Bertrand Piccard und dem Team ausgearbeiteten Plan reibungslos verlaufen. Überraschend seien nur die häufigen Turbulenzen gewesen, die bei den energiesparenden Niedriggeschwindigkeiten aufgetreten sind. Bei der nächsten Etappe von Honolulu nach Phoenix wird Piccard im Cockpit sitzen.

Das Flugzeug ist am Montag um 03:03 Uhr Ortszeit (18:03 UTC) von Japan aus gestartet und landete am Freitagvormittag Ortszeit am Kalaeloa-Flughafen auf Hawaii. Die bahnbrechende Weltumrundung findet im Rahmen der Initiative „Future is Clean“ statt, die erneuerbare Energien fördern und auf das Potenzial von Solarenergie aufmerksam machen soll.

Am 1. Juni musste die Solar Impulse 2 einen Zwischenstopp in Japan einlegen. Der geplante Nonstop-Flug von Nanjing in China nach Hawaii musste wegen der sich verschlechternden Wetterbedingungen über dem Pazifik abgebrochen werden. Allein mit der 40-stündigen Reise von Nanjing nach Nagoya stellte Borschberg aber einen neuen Weltrekord für den längsten Flug mit einem Solarflugzeug auf.

Nach 13 Etappen und insgesamt 25 Tagen in der Luft soll die Solar Impulse 2 zum Startpunkt der Weltreise in Abu Dhabi zurückkehren

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