Red Bull Air Race in Budapest abgesagt – Weltmeister wird nach dem Rennen am Lausitzring gekürt

Wie die Organisatoren des Red Bull Air Race am Dienstag, 12. Juli mit großem Bedauern erklärten, muss das für Budapest geplante Rennen aufgrund von Verzögerungen bei der Erteilung von Genehmigungen abgesagt werden. Damit endet (erst einmal) die bereits sechsjährige Tradition des Red Bull Air Race in der ungarischen Hauptstadt. Der diesjährige Weltmeister der internationalen Rennserie wird demnach nach dem nunmehr letzten Rennen der Saison 2010 auf dem EuroSpeedway Lausitz am 7./8. August gekürt.

Budapest war seit 2004 fester Bestandteil des Rennkalenders der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft und uneingeschränkter Zuschauermagnet mit mehr als 600.000 Motorsportfans, die vom Ufer der Donau die spektakulären Rennen verfolgten. Das diesjährige siebte Rennen war ursprünglich für den 19. und 20. August geplant.

Der CEO des Red Bull Air Race, Bernd Loidl, brachte seine Enttäuschung über die Absage zum Ausdruck, zumal erst vor einer Woche das Rennen in Portugal abgesagt wurde. In Lissabon war es zu nicht vorhersehbaren Verzögerungen in Bezug auf das überarbeitete Städte-Abkommen gekommen. Loidl hofft aber fest, dass Budapest im kommenden Jahr wieder seinen Platz im Rennkalender einnehmen wird.

Der Kalender für 2011 wird nach dem Rennen auf dem EuroSpeedway in Lausitz bekannt gegeben.

Bereits jetzt steht fest, dass nach dem historischen ersten Rennen im „Big Apple“ das Red Bull Air Race nach New York zurückkehren wird.

“Wir waren mit der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft bereits sechs Mal zu Gast in Budapest und daher war dieser Schritt und diese Entscheidung verdammt hart“, erklärte Loidl. „Und so kurz nach der Absage des Rennens in Portugal in der vergangenen Woche sind wir alle natürlich sehr enttäuscht. Wir werden jedoch jeden Versuch unternehmen, damit Budapest im kommenden Jahr wieder auf dem Rennkalender steht. Die Zukunft des Red Bull Air Race zu sichern, steht für uns an oberster Stelle, und dazu gehört es auch manchmal, harte Entscheidungen zu treffen. Wir freuen uns aber jetzt darauf, den Rennkalender für 2011 nach dem Saison-Abschlussrennen in Deutschland anzukündigen. Und New York ist dann auf jeden Fall wieder mit von der Partie.“

Die Krone des Red Bull Air Race Weltmeisters 2010 bleibt auch am Lausitzring in Deutschland hart umkämpft. Titelverteidiger Paul Bonhomme hat einen Vorsprung von gerade einmal fünf Punkten vor dem Weltmeister von 2008, Hannes Arch aus Österreich. Arch hatte drei der letzten fünf Rennen gewonnen und ist überzeugt davon, Bonhomme auf der Zielgeraden der Saison 2010 noch abfangen zu können und seinen zweiten WM-Titel feiern zu können. Das Red Bull Air Race wird unter der Aufsicht der FAI (Fédération Aéronautique International), dem internationalen Luftsportverband, durchgeführt. Die internationale Motorsportserie gibt es bereits seit 2005.

Erstattung von Tickets:

Bei Tickets, die über www.redbullairrace.com erworben wurden, wird der Kaufpreis automatisch der entsprechenden Kreditkarte wieder gutgeschrieben.

Bei Tickets, die über Vorverkaufsstellen, Reise- oder VIP-Agenturen erworben wurden, sind Erstattungen nur direkt über diese Verkaufsstellen möglich.

Hannes Arch: So werde ich doch noch Weltmeister

Hannes Arch hat nur noch eine Chance, sich zum König der Red Bull Air Race World Series 2010 zu krönen: Er muss die letzten zwei Rennen in Lausitz und Budapest gewinnen.

Das österreichische Ass flog selten so stark wie in dieser Saison und ist deswegen positiv gestimmt: „Ich möchte Erster sein und nicht Zweiter“, sagt Arch vor dem Red Bull Air Race im deutschen Lausitz. „Ich denke, dass ich die letzten beiden Rennen gewinnen kann und weiß, was zu tun ist, um der Schnellste zu sein. Wenn mental alles stimmt, kann ich ganz oben sein. Es ist alles da: Das Team, das Flugzeug und die Erfahrung – die Weltmeisterschaft ist auf jeden Fall noch in Reichweite.“

Arch ist im Moment mit 48 Punkten Zweiter in der Gesamtwertung – fünf Punkte hinter dem Briten Paul Bonhomme. Wenn es Arch gelingt, die letzten beiden Rennen zu gewinnen und zumindest einen der zwei Bonuspunkte für das schnellste Qualifying zu holen, wäre er der neue   Weltmeister der Red Bull Air Race Series – selbst dann, wenn Paul Bonhomme jeweils den zweiten Rang belegen würde.

„Paul hat schon früher Fehler gemacht“, sagt Arch im Hinblick auf Bonhommes Trudeln 2008, als er nur Siebenter in London und Zehnter in Porto wurde.

Der europäische Teil der Tour lag Arch auch in den letzten beiden Jahren. Ganz im Gegensatz zu Bonhomme, der sich gerade hier traditionell schwer tut. Und Arch weiß auch, dass seit Kirby Chambliss im Jahr 2006 niemand von Anfang  bis Ende in der Punktewertung ganz oben stand. Bonhomme verlor die Führung 2007 und 2008, Arch passierte das Gleiche 2009.

Und noch was spricht für Arch: 2008 gewann er die WM in einer fulminanten Aufholjagd und überholte am Ende der Saison Bonhomme. „Ich versuche, mehr Druck auf Paul aufzubauen. So ist das Spiel nun mal. Im Moment sieht es so aus, als könne er damit umgehen, aber warten wir mal ab“, so Arch.

Die Red Bull Air Race World Series 2010 begannen für Arch nicht wirklich optimal – in Abu Dhabi musste er sich mit Rang 11 begnügen. Aber mit neu getanktem Selbstvertrauen gewann er darauf die nächsten drei Rennen: Perth, Rio und Windsor.

Bonhomme als Jagdobjekt

In New York hatte Arch zu Beginn noch den Punkt für das schnellste Qualifying geholt, womit Bonhommes Führung auf einen einzigen Punkt schrumpfte. Im Rennen selbst bekam Arch aber eine Sechs-Sekunden-Strafe, weil er eine der Pylonen beschädigt hatte. Sicher ist: Hätte Arch die Pylone nicht getroffen, hätte er das Rennen gewonnen und die 12 Punkte für den ersten Platz bekommen. Nun liegt er fünf Punkte hinter Bonhomme, anstatt elf vor ihm.

„Das gehört alles zur Entwicklung als Sportler dazu“, erklärt Arch. „2008 habe ich die Meisterschaft nicht nur wegen meiner Erfahrung gewonnen, sondern auch, weil mir Paul mit seinen Fehlern geholfen hat. Letztes Jahr hatte ich das Potential zu gewinnen, konnte aber mit dem Druck nicht umgehen. Dieses Jahr habe ich den Anfang versaut und jage nun Paul. Der Druck ist aber weg. In diesem Jahr geht es nur um die pure Lust am Fliegen.“

Außerdem ganz hilfreich: Arch weiß, dass seine Edge 540 V3 das wahrscheinlich schnellste und kraftvollste Flugzeug im Feld ist.

Noch ausstehende Rennen:

Abschlussrennen der Red Bull Air Race-WM 2010 in Portugal abgesagt

Wie die Red Bull Air Race-Organisatoren am Mittwoch, 7. Juli, erklärten, wird das ursprünglich für den 4. und 5. September in Lissabon geplante Abschlussrennen der Red Bull Air Race-Weltmeisterschaft abgesagt. Dieser Schritt war nötig geworden, weil es zu nicht vorhersehbaren Verzögerungen in Bezug auf das überarbeitete Städte-Abkommen kam. Die Verhandlungen mit der Tourismusbehörde Portugals sowie den beteiligten Städten Lissabon, Porto und Gaia verliefen zwar positiv, sprengten jedoch den zeitlichen Rahmen für die Organisation einer solch komplexen Veranstaltung wie dem Red Bull Air Race, die auch den hohen Ansprüchen der Fans in Portugal genügen sollte.

Am 21. Dezember 2009 hatte man bekannt gegeben, dass das Abschlussrennen 2010 in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ausgetragen werden sollte. Bereits zu Beginn des Jahres hatte sich dann die Stadt Lissabon an die Behörden in Porto und Gaia gewandt, um ein gemeinsames, längerfristiges Abkommen für Portugal zu erreichen mit dem Ziel, dass das Red Bull Air Race in den kommenden vier Jahren abwechselnd im Norden und Süden des Landes ausgetragen werden sollte.

„Das Red Bull Air Race verpflichtet sich auch weiterhin, dass Portugal auf dem Rennkalender verzeichnet ist. Aber auf Grund von Verzögerungen bei der Finalisierung des Abkommens sahen wir uns gezwungen, diese schwierige Entscheidung zu treffen und haben das Rennen 2010 abgesagt, weil der zeitliche Rahmen für die Planung und Durchführung eines qualitativ so hochwertigen Events einfach nicht mehr passte“, erklärte Bernd Loidl, Chef der Red Bull Air Race GmbH.

„Eine solche Entscheidung zu treffen ist nicht einfach, und ich möchte diese Gelegenheit wahrnehmen und mich bei den von uns hochgeschätzten Sponsoren, TV-Partnern und Fans auf der ganzen Welt für ihre Unterstützung und ihr Verständnis bedanken. Ich möchte ebenso den Städten Lissabon, Porto und Gaia sowie den Tourismusbehörden von Portugal und von Lissabon meinen Dank aussprechen, da von allen Seiten jeder nur denkbar mögliche Versuch unternommen wurde, eine Einigung in Bezug auf das überarbeitete Abkommen zu erreichen. Aber uns lief schlichtweg die Zeit davon. Wir hoffen auf weitere Gespräche, damit das Red Bull Air Race in naher Zukunft wieder in Portugal Station machen wird“, so Loidl weiter.

Gerade einmal fünf Jahre nach dem ersten offiziellen Rennen der Red Bull Air Race-Weltmeisterschaft hat sich dieses Event zum spektakulärsten Motorsportrennen der Welt entwickelt und bereits vor den atemberaubendsten Kulissen Station gemacht: so an den Stränden von Rio de Janeiro und der Westküste Australiens oder zuletzt beim Debut in New York über dem Hudson River.

Die Red Bull Air Race Weltmeisterschaft bietet wie kein zweites Event einen visuellen Hochgenuss mit großem sportlichen Drama vor atemberaubenden Landschaften. Innerhalb kürzester Zeit hat dieses Rennen mit seinem aufregenden und dynamischen Format Millionen von Fans in der ganzen Welt in seinen Bann gezogen.

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