SRF: Wie steht es um den helvetischen Helikopter?

Einen „made in Switzerland“ gibt es nicht. Noch nicht. Die Firma entwickelt derzeit und will global im Aviatik-Geschäft mitmischen. «10vor10» wollte in Erfahrung bringen, wie es um die Firma und ihre steht – und wann sie abheben.

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Matthias Dolderer: Im Gespräch mit dem Weltmeister

Nach zwei absolvierten Rennen spricht Weltmeister mit uns über die bisherige Saison, die sechs noch ausstehenden Stationen und darüber, was er außerhalb des Cockpits so treibt.

„Der Plan ist es, konstant zu sein.“

Genau dieser Plan führte Matthias Dolderer 2016 zum Red Bull Air Race WM-Titel, und aufgrund dieser Strategie rangiert er auch aktuell und mit nur fünf Punkten Rückstand auf den WM-Führenden Martin Šonka auf dem zweiten Platz. Im vergangenen Jahr übernahm der Deutsche die WM-Führung bereits nach dem zweiten Rennen. In der aktuellen Saison präsentiert sich Dolderer Racing erneut konstant, schaffte sowohl bei der Saisoneröffnung im Februar in Abu Dhabi als auch beim Rennen im April in San Diego jeweils den Sprung in das Final 4 – in Kalifornien landete das Team sogar auf dem Podium, wurde Dritter.

„Wir fühlen uns gut. Wir haben zwar bislang bessere Platzierungen bei den Rennen hergegeben, aber die Geschwindigkeit ist da – wir sind selbstbewusst“, sagt Dolderer. „Platz zwei im Gesamtranking ist gut, an der Spitze sind wir alle nah beieinander. Jeder hat die Chance zu gewinnen, das macht es wirklich spannend.“

Das Team aus Tannheim will beim nächsten Rennen in Chiba (Japan) am 03./04. Juni nun noch einen Schritt zulegen. Und wie immer versuchen sich das Team mehr auf seine Performance als auf die Konkurrenz zu konzentrieren. „Es ist trotzdem immer noch interessant zu sehen, was um uns herum passiert“, fügt Dolderer mit einem Lächeln hinzu. „Mein Eindruck ist es, dass es in diesem Jahr sogar noch enger ist als je zuvor.“

Viele würden dem sofort zustimmen. Der Tscheche Šonka führt zum ersten Mal in seiner Karriere im Gesamtranking, und der Spanier Juan Velarde sowie der Slowene Peter Podlunšek holten ihre ersten Podiumsplatzierungen überhaupt. Außerdem sind Piloten wie der Japaner Yoshihide Muroya und der Kanadier Pete McLeod stark in die Saison gestartet – und Vize-Weltmeister Matt Hall aus Australien fliegt mit einem brandneuen Rennflugzeug.

„Nichts ist garantiert, alles ist möglich“, so Dolderer. „Schaut man auf den Rest der Saison, können wir uns sicher sein, dass es spannend wird. Es ist auch gut möglich, dass es viele Überraschungen geben wird. Aber wie schon erwähnt, wir müssen uns auf uns selbst fokussieren und jegliche Ablenkung vermeiden.“

Glücklicherweise hat der Pilot mit der Nummer 21 ein Geschick für Zeitmanagement, so dass er neben seinen erneuten Titelambitionen auch noch Zeit hat, das Leben als Weltmeister zu genießen. So genoss er nach dem Rennen in San Diego ein sehr seltenes Privileg: „Ich habe 24 Stunden auf einem Flugzeugträger mit noch sieben anderen Piloten verbracht – es war eine Lebenserfahrung. Einfach unglaublich!“, erklärt er. Nur kurze Zeit später hatte er einen weiteren besonderen Moment in Los Angeles, als er zusammen mit Arnold Schwarzenegger und Rekordfallschirmspringer Felix Baumgartner frühstückte.

Zurück in Europa lief Dolderer am 13. Mai knapp 15 km beim Wohltätigkeitslauf Wings for Life World Run. Außerdem war er vor Ort beim Bundesliga-Spitzenspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern München. Aktuell macht er sich für ein weiteres Sportgroßevent bereit: Am 21. Mai übergibt er dem Gewinner des DTM-Rennens auf dem die Trophäe – exakt dort, wo im September sein eigenes Heimrennen stattfinden wird.

Im Cockpit bevorzugt Dolderer das Motto „Ein Schritt nach dem anderen“. So hat aktuell das kommende Rennen in Chiba seine volle Aufmerksamkeit. Auf die Frage nach einem Rennen, auf das er sich besonders freut, erklärt er: „Ich muss sie alle erwähnen, da ich alle Strecken und Locations liebe. Chiba ist cool, allein schon wegen der Masse an Fans. Budapest hat die Brücke, und damit verbinde ich schöne Erinnerungen, da ich dort im letzten Jahr gewonnen habe. Kazan ist eine neue Station auf die wir uns sehr freuen. Wir lieben es, dass die Weltmeisterschaft nach Porto zurückkehrt, und es ist super cool, erneut ein Heimrennen in Lausitz zu haben.“

„Und dann noch Indy – das Finale. Wer weiß jetzt schon, was noch alles passieren wird?“, so Dolderer abschließend.

Tickets für die Red Bull Air Race Weltmeisterschaft, auch für das Rennen in Chiba am 03./04. Juni, sind erhältlich.

Alle Neuigkeiten und weitere Informationen www.redbullairrace.com.

Red Bull Air Race Kalender 2017

10./11. Februar Abu Dhabi, UAE

15./16. April San Diego, USA

3./4. Juni Chiba, Japan

1./2. Juli Budapest, Ungarn

22./23. Juli Kazan, Russland

2./3. September Porto, Portugal

16./17. September Lausitzring, Deutschland

14./15. Oktober Indianapolis, USA

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